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Vollständig personalisierte Krebsimpfstoffe erstmals möglich – bahnbrechende Forschungsergebnisse aus dem Hause BioNTech im Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlicht

Kommentar von Michael Motschmann, Investment Manager und Vorstand der MIG Verwaltungs AG, 27. April 2015

Krebsimmuntherapie ist in aller Munde. Auf medizinischen Kongressen, in den Fachjournalen, in den Wissenschaftsbeilagen überregionaler Tageszeitungen wird regelmäßig von den Fortschritten dieser noch jungen Disziplin geschrieben. Auch wenn bislang erst wenige Patienten mit den modernen Verfahren behandelt wurden, sind die Ergebnisse beeindruckend. Bisher nicht oder schlecht behandelbare Tumoren wie Blut- oder Hauptkrebs sprechen bisweilen dramatisch gut auf die Therapie an. Der Wermutstropfen? Die Therapien wirken – wie die meisten Arzneimittel – jeweils nur bei einem Bruchteil der behandelten Patienten. Der Grund dafür ist einfach: Zu sehr unterscheiden sich die Tumoren einzelner Patienten in ihrer molekularen Struktur voneinander, und zu verschieden sind die Abwehrmöglichkeiten des patienteneigenen Immunsystems. Deshalb konnten Beobachter bislang nur spekulieren, ob es künftig möglich sein würde, jedem einzelnen Patienten „seine“ maßgeschneiderte Immuntherapie anzubieten. Und wenn das gelänge, wer könnte das bezahlen?

Eine Gruppe von Forschern um den Mainzer Mediziner, Forscher und CEO der BioNTech AG, Prof. Ugur Sahin, liefert nun die Antworten und schlägt damit ein neues Kapitel der Krebsimmuntherapie auf. Die Arbeit ist so bahnbrechend, dass sie im britischen Fachjournal Nature veröffentlicht wurde, der neben Science weltweit angesehensten Zeitschrift für Naturwissenschaften (Kreiter, S. et al., Nature 2015 Apr 22. doi: 10.1038/nature14426. [Epub ahead of print]). Üblicherweise veröffentlichen diese Journale Ergebnisse von Grundlagenforschung, die noch viele Jahre von ihrer Anwendung entfernt sind. Im Fall von Sahin und seinen Kollegen ist das anders: Sie berichten nicht nur von Experimenten mit hoch individualisierten Krebsimpfstoffen für „krebskranke“ Mäuse, sondern zeigen unmittelbar die Anwendbarkeit beim Menschen.

Deshalb lohnt sich ein Blick auf die Resonanz in den Medien. In den ersten 24 Stunden nach der Veröffentlichung der Ergebnisse und der dazugehörigen Presseinformation wurde die Nachricht international in 240 Publikationen aufgenommen.

Die überregionale britische Tageszeitung The Independent berichtet beispielsweise: „Die jüngste Studie wird als wichtiger Schritt in Richtung der Entwicklung einer Methode gesehen, mit der billige und wirksame Krebsimpfstoffe für einzelne Patienten hergestellt werden können, die auf der Oberfläche ihrer Tumorzellen einzigartige Kombinationen von Eiweißstoffen besitzen.“

Die nationale britische Tageszeitung The Times titelt: „Impfstoff hilft dem Körper, den Krebs zu zerschlagen“.

Die Boulevardzeitung The Daily Mail überschreibt ihren Bericht gar mit der Prognose „Personalisierte Medikamente könnten den Kampf gegen Krebs revolutionieren“ und zitiert Dr. Peter Johnson, Professor für medizinische Onkologie der Universität Southampton, mit seiner Einschätzung, „die Forschung steht an der Schwelle zu personalisierten Impfstoffen, wenn sich die Ergebnisse der Tierstudien in klinischen Studien bestätigen lassen“.

Vornehmer formuliert BioWorld aus Irland: „BioNTech liefert wissenschaftliche Grundlage für personalisierte Krebsimpfstoffe“. Dann lässt sie Prof. Sahin erklären, warum die Wissenschaft bislang die sogenannte Immunogenität von Tumormutationen dramatisch unterschätzt hat: „Fast alle Forscher haben nach spontanen Immunantworten gesucht. Wir hingegen haben uns gefragt, wie man die Immunogenität [der Tumormutationen] für Impfstoffe ausnutzen kann.“

Die große US-amerikanische Onlinezeitung The Huffington Post lässt es sich in der Überschrift nicht nehmen: „Krebsforschung auf dem Weg zu revolutionären personalisierten Impfstoffen“ und zitiert Dr. Kevin Harrington, Professor am Institute for Cancer Research, London: „Diese Untersuchung in Mäusen liefert die ersten Beweise, dass wir kurz davor stehen, individualisierte Impfstoffe herzustellen, die gegen die spezifischen Mutationen in den Tumoren der Patienten gerichtet sind.“

Der US-amerikanische Gesundheitsnachrichtendienst HealthDay berichtet, dass die maßgeschneiderten Impfstoffe nicht nur in Mausmodellen für Hautkrebs, sondern auch für Darm- und Lungenkrebs funktionierten. Dann kommt Dr. Alexandra Snyder Charen vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center, in New York City zu Wort: „[Die Ergebnisse] legen nahe, dass dieser Ansatz breit einsatzbar sein könnte“.

Wie beeindruckt nicht nur die Experten, sondern auch die eher fachfremden Medien sind, zeigt der Bericht auf dem Jura-Portal Jura Forum: „Mainzer Wissenschaftler haben auf dem Weg hin zu einer individualisierten Immuntherapie bei Krebs bedeutende Fortschritte erzielt: Sie identifizierten relevante genetische Veränderungen in verschiedenen Krebsarten – sogenannte Mutationen – und bestimmten deren „Bauplan“. Dies versetzt sie in die Lage, mit vertretbarem Aufwand maßgeschneiderte Krebsimpfstoffe zu produzieren. Diese ließen sich im Tiermodell bereits erfolgreich anwenden. Es kam zu einer effektiven Rückbildung und Heilung des Tumors.“

Natürlich berichtet auch das regionale Fernsehen: „Passgenau Impfstoffe gegen Tumore entwickelt“, titelt SWR Fernsehen, und führt weiter aus „Mainzer Wissenschaftlern ist es gelungen, für die Krebstherapie individuelle Impfstoffe zu entwickeln. Damit sollen verschiedene Tumore besser behandelt werden können.

Die Wissenschaftler der Mainzer Universitätsmedizin entwickelten Impfstoffe, die bewirken, dass Tumore sich zurückbilden und abheilen. Anders als bei anderen Krebsbehandlungen wie Operation, Chemotherapie und Bestrahlung wird bei dieser Therapie das Immunsystem genutzt, das dann den Krebs bekämpft.

Die Mediziner bestimmten den genetischen Bauplan verschiedener Krebsarten und konnten nach eigenen Angaben erstmals mit vertretbarem Aufwand individuelle Impfstoffe entwickeln. Also Impfstoffe, genau für eine bestimmte Krebsart und einen bestimmten Patienten. An Tieren sei der Behandlungserfolg bereits nachgewiesen worden. Daher werde jetzt die Anwendung an Menschen getestet.“

Bereits dieser kleine Ausschnitt aus der internationalen Berichterstattung in den ersten Stunden nach der Veröffentlichung deutet an, welch weitreichende Bedeutung die Mainzer Ergebnisse möglicherweise haben. Für die MIG AG als Portfoliomanager der an BioNTech beteiligten MIG Fonds ist die große Medienresonanz eine weiterer Hinweis darauf, dass wir bei unseren Investitionen in das Mainzer Unternehmen auf den richtigen Ansatz gesetzt haben. Man darf gespannt sein, wie die Resonanz sein wird, wenn es BioNTech gelingen sollte, die Ergebnisse der Tierstudien in den bereits laufenden klinischen Studien am Menschen zu bestätigen.

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